Plastische Chirugie

Ein Drittel aller Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind, müssen der Heilung zuliebe ihre Brust opfern.

Inzwischen gibt es zwar hervorragende chirurgische Verfahren, das Organ aus körpereigenem Gewebe wieder so zu modellieren, dass die meisten Frauen damit ausgesprochen zufrieden sind. Aber die allerwenigsten profitieren von dieser Möglichkeit.

Nur etwa jede achte Frau, der hierzulande eine Brust abgenommen wird, erhält einen körpereigenen Ersatz, und das nicht einmal nach den modernsten chirurgischen Verfahren. Dies geht aus einer Umfrage in 16 Kliniken hervor, die das Schicksal von 4335 Brustkrebspatientinnen auswertete.

Da gibt es viel zu verbessern. - Das hat sich das Brandenburgische Brustzentrum als Ziel gesetzt.

Mikrochirurgische Verfahren mit großen Vorteilen

Grundsätzlich gibt es die Möglichkeiten, die Brust mit einem Implantat wie Silikongel wieder aufzubauen oder hierzu körpereigenes Gewebe zu verwenden. Während man früher bei letzterem stets darauf angewiesen war, die Ersatzlappen an den sie versorgenden Blutgefäßen gleichsam hängen zu lassen und diese deshalb nur aus nahegelegenen Körperregionen zur Brust hin zu verschieben, erlauben die mikrochirurgischen Techniken mehr Freiheit. Das Ersatzteil aus Muskel-, Fett- und Bindegewebe wird komplett aus der Spenderregion am Körper der Patientin herausgenommen. In der Brust werden Blutgefäße freigelegt, und an diese schließt der Chirurg die Blutgefäße des Transplantates an.

Zwar sind die mikrochirurgischen Eingriffe anspruchsvoller und nehmen daher mehr Zeit in Anspruch als herkömmliche Verfahren. Dennoch müssen die Frauen weder länger das Krankenbett hüten, noch haben sie mehr Schmerzen als bei den einfacheren, schnelleren Eingriffen. Eher ist es umgekehrt. Die Mehrzahl der Frauen bewerten die Ergebnisse in Befragungen, auch was die natürliche Form der neu geschaffenen Brust angeht, als sehr zufriedenstellend.

Auf lange Sicht günstiger

Plastische Chirurgen sprechen in diesem Zusammenhang von der "nahezu unbeschränkten Modellierbarkeit des freien Lappengewebes".

Deshalb wird im Brandenburgischen Brustzentrum der plastische Chirurg von Anfang an in die multidisziplinäre Behandlung von Brustkrebspatientinnen mit einbezogen.