Histopathologie

Die Pathologie ist eine diagnostische Einheit und stellt ein Bindeglied her zwischen der diagnostischen Radiologie einerseits und der operativen Therapie, der Strahlentherapie und der Onkologie andererseits.

Wenn sich in der diagnostischen Radiologie, bei der Mammographie beispielsweise, nicht eindeutig klären lässt, ob eine Auffälligkeit gut- oder bösartig, oder behandlungsbedürftig ist, wird eine Stanzbiopsie durchgeführt:

Aus dem auffälligen Bereich - Mikrokalkablagerungen, Veränderungen in der Gewebestruktur oder unklare Herdbildungen - wird Gewebe entnommen. Diese Proben gelangen zur Pathologie.

Die Pathologen gewinnen mikroskopisch zusätzliche Erkenntnisse über die Entstehungsweise, Ursache und Bedeutung dieser Gewebeveränderungen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden bewertet und klassifiziert:

Die Befunde der Stanzbiopsien zu jeder Patientin werden in der wöchentlichen Konferenz, dem Tumor Board, an dem alle Ärzte des Brustzentrums teilnehmen, besprochen.

Während der Operation hilft die Pathologie durch Schnellschnittdiagnosen die Größe und die Grenzen des Tumors zu bestimmen.

Auch das operativ entfernte Gewebe aus den Stadien B 3 bis B 5 wird von den Pathologen erneut untersucht und endgültig abgeklärt.

An den Operationspräparaten erstellen die Pathologen ein vollständiges Profil der Tumoreigenschaften: Die diagnostische Benennung des Tumors und seine Eingruppierung im Gesamtsystem der Brusttumoren, Größe der Tumorkomponenten und die Gesamtgröße des Tumors, der Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe, mögliche Einbrüche in das Blut- und Lymphgefäßsystem, Wachstums- und Ausbreitungsverhalten. Mittels spezifischer Methoden in der Immunhistologie wird die Sensibilität des Tumorgewebes bezüglich der Hormonrezeptoren sowie des Wachstumsfaktor-Rezeptors (HER-2/neu) ermittelt.

Insgesamt kann daraus ein sogenanntes "Persönlichkeitsprofil" des Tumors erstellt werden. Diese Kenntnis ist sehr hilfreich für die Überlegungen der Strahlentherapeuten und der Onkologen.

Darüber hinaus wird auch ein Lymphknotenstatus erhoben. Im Sentinelverfahren, eine besonders intensive Schnellschnittdiagnostik, werden sogenannte Wächterlymphknoten durch zahlreiche Schnittstufen auf Mikrometastasen hin untersucht.